Beratungszentrum AG
Steuern25. November 2025

Steuervergleich Thurgau: Unterschiede in den Gemeinden

Wusstest du, dass du im Kanton Thurgau allein durch die Wahl deines Wohnorts jedes Jahr Tausende von Franken an Steuern sparen kannst? In der Schweiz erhebt nicht nur der Bund Steuern, auch Kantone und Gemeinden bestimmen eigene Steuersätze. Dadurch gibt es selbst innerhalb des Kantons Thurgau grosse Unterschiede in der Steuerbelastung. Ein Wohnort mit niedrigem Steuerfuss kann für dich eine deutlich geringere Steuerlast bedeuten. In diesem Beitrag zeigen wir dir, worauf es beim Steuervergleich Thurgau ankommt.

Das Wichtigste in Kürze

  • Unterschiede zwischen Gemeinden: In Thurgau sind die Steuerfüsse (kommunale Steuersätze) sehr unterschiedlich von rund 30 % in den günstigsten Gemeinden bis über 70 % in den teuersten. Dein Wohnort entscheidet also mit, wie viel Einkommenssteuer und Vermögenssteuer du zahlst.
  • Sparpotenzial durch Gemeindewechsel: Besonders bei mittleren und höheren Einkommen kann sich ein Wechsel in eine Gemeinde mit tieferem Steuerfuss lohnen. Schon ein Umzug in die unmittelbare Nachbarschaft kann die Steuerbelastung spürbar senken.
  • Grenzgänger sollten genau prüfen: Wer in Thurgau arbeitet, aber in Deutschland wohnt, unterliegt speziellen Steuerregeln. Die Steuerlast verteilt sich anders (Quellensteuer in der Schweiz, Versteuerung in Deutschland), daher lohnt auch hier ein genauer Vergleich, bevor man einen Wohnsitz- oder Statuswechsel plant..

Steuerbelastung im Kanton Thurgau im Überblick

Im Thurgau legt jede Gemeinde selbst fest, wie viel Steuern du zusätzlich zur kantonalen Steuer zahlst. Dieser Zuschlag nennt sich Steuerfuss und wird in Prozent angegeben. Je höher der Steuerfuss, desto mehr musst du insgesamt zahlen. Manche Gemeinden sind besonders günstig, andere verlangen fast das Doppelte. Deshalb macht es einen grossen Unterschied, wo du wohnst. Hier einen Einblick in die Steuerfussliste für das Jahr 2026.

Und das Überraschende, selbst in ein und demselben Bezirk kann es grosse Unterschiede geben. Zum Beispiel im Bezirk Arbon, dort zahlst du in Horn viel weniger Steuern als in Amriswil (63%), obwohl beide Gemeinden nur etwa 10 km auseinanderliegen. Es lohnt sich also, genau hinzuschauen nicht nur zwischen Bezirken, sondern auch innerhalb.

Schauen wir uns ein paar Beispiele an. Die folgende Tabelle zeigt exemplarisch sechs Thurgauer Gemeinden und ihren Steuerfuss (politische Gemeinde, ohne Kantonssteuer) im Jahr 2026:

GemeindeSteuerfuss 2026 (%)
Warth-Weiningen30 %
Horn34 %
Bottighofen37 %
Weinfelden55 %
Arbon 72 %
Frauenfeld62 %  

Wie du siehst, gibt es grosse Unterschiede bei den Gemeindesteuern im Thurgau. In Warth-Weiningen liegt der Steuerfuss bei nur 30 %, in Arbon dagegen bei 72 %. Auch Horn und Bottighofen sind mit ihren tiefen Werten um die 30 % besonders attraktiv. Gemeinden wie Weinfelden liegen eher im Mittelfeld.

Was heisst das konkret für dich?

Wenn du zum Beispiel von Arbon nach Warth-Weiningen ziehst, kann sich dein Gemeindesteueranteil halbieren, bei gleichem Einkommen. Das spart dir jedes Jahr mehrere Tausend Franken. Und das, obwohl der Kanton für alle denselben Grundtarif hat. Entscheidend ist, wie viel die Gemeinde obendrauf schlägt.

Warum diese Unterschiede?

Reiche Gemeinden haben oft mehr Einnahmen. Durch Unternehmen oder vermögende Einwohner und können sich deshalb einen tiefen Steuerfuss leisten. Andere Gemeinden müssen höhere Steuern verlangen, weil sie mehr ausgeben oder weniger einnehmen, zum Beispiel für Schulen, Infrastruktur oder soziale Angebote.

Praxisbeispiel: Familie mit zwei Kindern – Horn vs. Arbon

Nehmen wir eine Familie mit zwei Kindern und höherem Einkommen. Die gemeinsame Veranlagung und Kinderabzüge reduzieren das steuerbare Einkommen etwas, aber bei höheren Einkommen wirkt sich der Gemeindesteuerfuss deutlich aus.

GemeindeSteuerfuss 2026Merkmal
Horn34 %tiefer Gemeindesteuerfuss
Arbon72 %deutlich höherer Gemeindesteuerfuss

Für diese Familie bedeutet das:
In Horn fällt die Gemeindesteuer bei gleichem Einkommen deutlich tiefer aus als in Arbon. Bei höheren Einkommen wirkt die Steuerprogression stärker, wodurch sich dieser Unterschied spürbar bemerkbar macht. Ohne dass sich am Einkommen oder den Abzügen etwas ändert.

Dabei ist wichtig zu verstehen:
Horn und Arbon liegen nur rund fünf Minuten voneinander entfernt.
Schulen, Einkaufsmöglichkeiten, ÖV-Anbindung und Arbeitswege bleiben also vergleichbar – die Steuerbelastung jedoch nicht.

Wichtige Ergänzung: Es geht nicht nur um den Steuerfuss

Ein tiefer Gemeindesteuerfuss allein sollte nicht das einzige Entscheidungskriterium sein. Weitere Faktoren beeinflussen das Gesamtbild:

  • Lebenshaltungskosten: Mieten, Immobilienpreise und Alltagskosten können je nach Gemeinde unterschiedlich hoch sein.
  • Kinderbetreuung & Schule: Angebote, Gebühren und Qualität variieren – das kann die Gesamtausgaben beeinflussen.
  • Arbeitsweg und Mobilität: Fahrzeiten und Pendelkosten wirken sich ebenfalls auf das Budget aus.
  • Vermögenssituation: Wer Vermögen besitzt (z. B. Sparkapital oder Immobilie), spürt Unterschiede in der Vermögenssteuer zusätzlich.

Wie berechnet sich dein gesamter Steuersatz?

In der Schweiz setzt sich deine Steuerlast aus drei Teilen zusammen:

  1. Bundessteuer: In der ganzen Schweiz gleich, progressiv bis max. 11.5 %.
  2. Kantonale Steuer: Ebenfalls progressiv und vom Einkommen abhängig.
  3. Gemeindesteuer: Je nach Gemeinde unterschiedlich, hier kommt der Steuerfuss ins Spiel.

Das bedeutet, dass es keinen einheitlichen Steuersatz für alle gibt. Deine persönliche Belastung hängt ab von deinem Einkommen, Zivilstand, Vermögen und Wohnort. Wer mehr verdient, zahlt prozentual mehr. Bei sehr hohen Einkommen kann die gesamte Steuerlast im Thurgau bis zu ein Drittel des Einkommens betragen. Bei geringem Einkommen ist es deutlich weniger.

Wie finde ich die für mich günstigste Gemeinde?

Nicht jede Gemeinde ist für jeden gleich günstig. Welche Gemeinde für dich am meisten Steuern spart, hängt stark von deiner persönlichen Lebenssituation ab. Die wichtigsten Punkte:

  • Einkommen: Je mehr du verdienst, desto stärker wirkt sich der Steuerfuss aus. Denn in der Schweiz ist die Steuer progressiv, das heisst: Wer mehr verdient, zahlt auch einen höheren Prozentsatz. Gerade bei mittleren und hohen Einkommen lohnt sich ein tiefer Steuerfuss richtig. Wenn dein Einkommen eher tief ist, machen die Unterschiede zwischen den Gemeinden weniger aus.
  • Zivilstand und Kinder: Bist du verheiratet oder lebst du allein? Hast du Kinder? All das beeinflusst deine Steuerrechnung. Verheiratete werden zusammen besteuert und profitieren oft von einem etwas tieferen Satz. Für Kinder bekommst du Abzüge. Eine Familie zahlt bei gleichem Einkommen meist weniger Steuern als eine Einzelperson. Wie viel genau, hängt auch vom Wohnort ab.
  • Vermögen: Hast du Ersparnisse, ein Haus oder andere Anlagen? Dann zahlst du im Thurgau, wie in fast allen Kantonen, auch Vermögenssteuern. Und die unterscheiden sich von Gemeinde zu Gemeinde. Wer viel Vermögen hat, sollte also nicht nur aufs Einkommen schauen, sondern auch darauf, wie hoch die Vermögenssteuer am Wohnort ist.
  • Abzüge bei Steuern und Vorsorge: Beiträge an die Säule 3a, hohe Berufsauslagen oder Krankheitskosten, all das kannst du von der Steuer abziehen. Solche Abzüge senken dein steuerbares Einkommen. Das hilft überall, unabhängig vom Wohnort. Was nach den Abzügen übrig bleibt, wird wiederum mit dem Gemeindesteuerfuss verrechnet. Deshalb bleibt auch hier der Wohnort wichtig, wenn du am Ende möglichst wenig zahlen willst.

Schau dir die aktuellen Steuerfüsse im Thurgau an am besten direkt bei offiziellen Stellen wie dem Kanton. Dort kannst du Gemeinden vergleichen und siehst schnell, wo du mit deinem Einkommen weniger Steuern zahlst. Nutze dafür deine echten Zahlen, also dein Einkommen, Vermögen und Familienstatus. Nur so bekommst du ein realistisches Bild.

Noch einfacher geht’s mit Unterstützung: Das Beratungs-Zentrum Thurgau ist die richtige Anlaufstelle, wenn du wissen willst, wie viel du in welcher Gemeinde zahlen würdest und wie du deine Steuerbelastung gezielt senken kannst. Sie bieten dir eine persönliche Steueranalyse und zeigen dir, was du durch einen Wohnortswechsel oder durch clevere Abzüge wie die Säule 3a sparen kannst.

Und nicht nur für Einheimische lohnt sich ein genauer Blick auf die Steuerunterschiede, auch Grenzgänger, die in Thurgau arbeiten oder überlegen, hierherzuziehen, sollten die steuerlichen Regeln genau kennen.

Grenzgänger im Fokus, Steuerort und Doppelbesteuerung

Thurgau liegt direkt an der Grenze zu Deutschland, darum betrifft das Thema Grenzgänger viele. Als Grenzgänger gilt, wer in der Schweiz arbeitet, aber in Deutschland wohnt und mindestens einmal pro Woche heimkehrt. Für diesen Fall gelten besondere Steuerregeln, weil zwei Länder beteiligt sind. Hier das Wichtigste im Überblick:

  • Steuerort: Als Grenzgänger zahlst du deine Einkommenssteuer grundsätzlich in Deutschland, also dort, wo du wohnst, auch wenn du dein Einkommen in Thurgau verdienst.
  • Quellensteuer 4,5 %: Die Schweiz behält 4,5 % Quellensteuer direkt vom Lohn ein. Diese wird in Deutschland angerechnet, sodass du nicht doppelt besteuert wirst. Der Arbeitgeber in Thurgau überweist diesen Betrag automatisch an die Schweizer Behörden.
  • Doppelbesteuerung? Nein. Ein Abkommen zwischen der Schweiz und Deutschland sorgt dafür, dass du insgesamt nicht mehr zahlst, als wenn du nur in Deutschland arbeiten würdest. Die Schweizer Quellensteuer wird auf die deutsche Einkommensteuer angerechnet.
  • Wohnsitz in Thurgau? Ziehst du nach Thurgau, entfällt dein Grenzgängerstatus. Du wirst dann voll in der Schweiz besteuert – die 4,5 %-Regel gilt nicht mehr. Für viele lohnt sich das, da die Schweizer Steuersätze oft tiefer sind – vor allem bei hohen Einkommen. Allerdings steigen dann auch Sozialabgaben und Lebenshaltungskosten. Eine individuelle Beratung hilft dir abzuwägen, was für dich günstiger ist.
  • Sonderfälle: Die 60-Tage-Regel ist wichtig: Wenn du mehr als 60 Tage pro Jahr nicht in deinen Heimatort zurückkehrst (z. B. wegen Übernachtungen in der Schweiz), verlierst du den Grenzgängerstatus automatisch. Dann wirst du wie ein Schweizer Steuerpflichtiger behandelt – mit allen Vor- und Nachteilen. Für andere Länder wie Frankreich oder Italien gelten zudem eigene Abkommen.

Auch für Grenzgänger lohnt sich der Steuervergleich, nur eben grenzüberschreitend. Thurgau hat im Schweizer Vergleich moderate Steuersätze und kann attraktiv sein. Wichtig ist aber, das Gesamtbild zu betrachten. Mit guter Planung und individueller Beratung kannst du auch als Grenzgänger steuerlich das Beste herausholen.

Steuerbelastung Grenzgänger

Was das für deine Steuerplanung bedeutet

Der Steuervergleich im Kamton Thurgau zeigt, dass die Steuerbelastung nicht nur vom Einkommen abhängt, sondern auch von Gemeinde, Vermögen, Zivilstand und Abzügen. Diese Faktoren wirken zusammen und bestimmen, wie viel am Ende tatsächlich fällig wird.

Es geht daher weniger darum, die „steuergünstigste Gemeinde“ allgemein zu finden, sondern diejenige, die zu deiner Situation passt. Für manche lohnt sich ein tiefer Gemeindesteuerfuss deutlich. Für andere machen Abzüge wie Säule 3a oder Berufskosten einen grösseren Unterschied.

Eine systematische Steuerplanung hilft dabei, diese Punkte sauber zu berechnen und zu vergleichen.

Das Beratungs-Zentrum Thurgau erstellt auf Wunsch eine persönliche Steueranalyse und zeigt auf, wie sich unterschiedliche Wohnorte und Abzugsmöglichkeiten auswirken. So erhältst du eine Berechnungsgrundlage, die nicht auf Durchschnittswerten, sondern auf deinen eigenen Daten basiert.

Wenn du einen ersten Eindruck gewinnen möchtest, kannst du das Steuervergleichs-Tool auf Beratungs-Zentrum nutzen. Für eine genaue Einschätzung empfiehlt sich ein Gespräch, bei dem konkrete Zahlen und Varianten gegenübergestellt werden.
Auf Wunsch kannst du beim Beratungs-Zentrum auch deine Steuererklärung im Thurgau ausfüllen lassen, inklusive Prüfung von Abzügen und Optimierungsmöglichkeiten.

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