Die Franchise bei deiner Krankenkasse ist ein wesentlicher Teil der Kostenbeteiligung in der Schweizer Krankenversicherung.
Als Versicherter trägst du durch die Franchise, den Selbstbehalt und den Spitalbeitrag aktiv zu deinen Behandlungskosten im Krankheitsfall bei.
Diese Beiträge helfen, die Ausgaben im Gesundheitssystem gemeinsam zu tragen und zu steuern. Was ist die Franchise bei der Krankenkasse, wie hoch sollte sie sein und wann kannst du sie ändern?
All das haben wir nachfolgend für dich beantwortet.
Was bedeutet die Franchise bei der Krankenkasse?
In der Schweiz ist die Franchise der Krankenkasse ein zentraler Bestandteil des Versicherungssystems. Sie beeinflusst unmittelbar, deine Kosten für die medizinische Versorgung.
Einfach ausgedrückt, ist die Franchise einer Krankenkasse der jährliche fixe Betrag, den du aus eigener Tasche für deine Gesundheitsleistungen leistest, bevor deine Krankenkasse anfängt, die Kosten zu übernehmen.
Besonderheit im Mutterschutz: In der Schweiz gibt es beim Mutterschutz eine besondere Regelung bezüglich der Franchise bei deiner Krankenkasse. Während der Mutterschaft fallen für dich als Schwangere keine Franchise- und Selbstbehaltskosten an. Dies gilt für alle geburtsspezifischen medizinischen Leistungen ab der 13. Schwangerschaftswoche bis acht Wochen nach der Geburt.
Was ist der Unterschied zwischen Franchise und Selbstbehalt?
Die Franchise ist bei einer Krankenkasse nicht mit dem Selbstbehalt zu verwechseln. Der Selbstbehalt fällt an, sobald die gewählte Franchise erreicht ist.
Das bedeutet, dass deine Krankenversicherung dann die Behandlungskosten übernimmt.
Wie hoch ist der maximale Selbstbehalt pro Jahr für Erwachsene und Kinder?
Der maximale Selbstbehalt pro Jahr, auch als Quote bekannt, beträgt in der Grundversicherung für Erwachsene 700 Franken und für Kinder 350 Franken. Das entspricht 10 Prozent der Behandlungskosten, die die gewählte Franchise übersteigen. Die Höchstbeträge sind gesetzlich gedeckelt und begrenzt, um die finanzielle Belastung so gering wie möglich zu halten.
Zudem können Familien mit mehreren Kindern den Selbstbehalt pro Kind separat geltend machen, wenn der Maximalbetrag von 350 Franken je Kind nicht überschritten wird. Eine kumulative Obergrenze über die Familie hinweg gibt es nicht. Die Regelungen gelten einheitlich für alle Krankenkassen in der Schweiz und sind unabhängig von der Franchise-Höhe oder dem Versicherungsmodell.
Gut zu wissen: Den Spitalkostenbeitrag zahlst du, wenn du im Krankenhaus liegst. Er beträgt üblicherweise 15 CHF pro Tag und hilft, die Kosten für deine stationäre Behandlung gemeinsam mit deiner Krankenkasse zu tragen. Er gilt für alle Erwachsenen ab 18 Jahren, die nicht in Ausbildung sind und keine Mutterschaftsleistungen erhalten.
Wie hoch ist die Franchise in der Schweiz?
Die Höhe der Franchise bei deiner Krankenkasse kannst du selbst für deine Grundversicherung festlegen. Da die Höhe unmittelbar deine Krankenkassenprämie beeinflusst, solltest du vorab gründlich kalkulieren.
Je höher die gewählte Franchise bei deiner Krankenkasse ausfällt, desto niedriger ist in der Regel deine monatliche Prämie. Deine Optionen reichen dabei von 300 CHF bis 2’500 CHF.
Erwachsene übliche Franchisen:
- CHF 300.–
- CHF 500.–
- CHF 1’000.–
- CHF 1’500.–
- CHF 2’000.–
- CHF 2’500.–
Kinder übliche Franchisen:
- CHF 0.–
- CHF 100.–
- CHF 200.–
- CHF 300.–
- CHF 400.–
- CHF 500.–
- CHF 600.–
Welche Franchise lohnt sich?
Wenn du aus Erfahrung eher selten ärztliche Hilfe benötigst und grössere Kosten im Krankheitsfall selbst tragen kannst, ist eine höhere Franchise von bis zu 2’500 CHF sinnvoll, da deine regelmässigen Versicherungsbeiträge geringer ausfallen. Gleiches gilt dann, wenn du noch jung und gesund bist.
Eine niedrigere Franchise bei deiner Krankenkasse solltest du dann wählen, wenn du regelmässig medizinische Leistungen in Anspruch nimmst. So trägt deine Versicherung schneller die anfallenden Kosten und du wirst entlastet. Auch im Alter bietet sich eine niedrigere Franchise an.

Tipp: Es lohnt sich, deine Wahl über die Franchise bei deiner Krankenkasse zu überprüfen, denn Lebensumstände und Gesundheitszustand können sich schnell ändern.
Rechenbeispiel für eine hohe Franchise
Du hast eine Franchise bei deiner Krankenkasse von 2’500 CHF gewählt und musst im Laufe des Jahres verschiedene medizinische Behandlungen in Anspruch nehmen, die Gesamtkosten von 4’000 CHF verursachen.
Berechnung:
Deine jährlichen Gesundheitskosten: 4’000 CHF
Franchise: 2’500 CHF
Selbstbeteiligung nach Erreichen der Franchise: 10 % von (4.000 CHF – 2.500 CHF) = 150 CHF
Maximaler Selbstbehalt: 700 CHF
Zu zahlender Betrag:
Du zahlst die ersten 2’500 CHF selbst.
Zusätzlich zahlst du 150 CHF (10 % von den restlichen 1’500 CHF, die über die Franchise hinausgehen).
Gesamtzahlung: 2’650 CHF
Von der Krankenkasse übernommene Kosten:
Die Krankenkasse übernimmt 1’350 CHF der Gesamtkosten.
Vorteile einer hohen Franchise: Du profitierst von tieferen monatlichen Prämien, da du mehr Eigenverantwortung für deine Gesundheitskosten übernimmst. Dies kann besonders sinnvoll sein, wenn du selten medizinische Leistungen in Anspruch nimmst.
Nachteile einer hohen Franchise: Im Falle von unerwarteten oder häufigen Krankheitskosten musst du einen hohen Betrag selbst bezahlen, bevor die Krankenkasse Kosten übernimmt, was zu einer erheblichen finanziellen Belastung führen kann.
Rechenbeispiel für eine tiefe Franchise
Du hast eine Franchise von 300 CHF gewählt. Im Laufe des Jahres entstehen medizinische Kosten von insgesamt 4’000 CHF.
Berechnung:
Deine jährlichen Gesundheitskosten: 4’000 CHF
Franchise: 300 CHF
Selbstbeteiligung nach Erreichen der Franchise: 10 % von (4.000 CHF – 300 CHF) = 370 CHF
Maximaler Selbstbehalt: 700 CHF
Zu zahlender Betrag:
Du zahlst die ersten 300 CHF selbst.
Zusätzlich zahlst du 370 CHF Selbstbeteiligung.
Gesamtzahlung: 670 CHF
Von der Krankenkasse übernommene Kosten:
Die Krankenkasse übernimmt 3’330 CHF der Gesamtkosten.
Vorteile einer tiefen Franchise: Du profitierst von einer geringeren finanziellen Belastung im Krankheitsfall, da du weniger aus eigener Tasche zahlen musst, bevor die Krankenkasse Kosten übernimmt. Das ist besonders vorteilhaft, wenn du regelmässig medizinische Leistungen benötigst.
Nachteile einer tiefen Franchise: Die monatlichen Prämien sind höher, da das finanzielle Risiko für die Krankenkasse grösser ist. Dies kann sich weniger lohnen, wenn du selten medizinische Leistungen in Anspruch nimmst.
Kann ich meine Franchise anpassen und wenn ja, wie?
Ja, du kannst deine Franchise bei deiner Krankenkasse ändern. Möglich ist das einmal im Jahr zum Ende des alten und Beginn des neuen Kalenderjahres mit Start am 1. Januar.
Wenn du eine Änderung deiner Franchise bei deiner Krankenkasse wünschst, musst du diese bis spätestens am 30. November beantragen. Nur so kann diese noch rechtzeitig vor dem Beginn des neuen Versicherungsjahrs berücksichtigt werden.
Um deine Franchise zu ändern, solltest du dich direkt an deine Krankenkasse wenden. Viele Krankenkassen bieten inzwischen Online-Portale an, auf denen du die Änderungen einfach und unkompliziert vornehmen kannst.
Alternativ gibt es auch die Möglichkeit, dies telefonisch oder per Post zu tun. Wichtig: Lass dir die Änderung deiner Franchise schriftlich bestätigen.
Bei uns kannst du jederzeit einen persönlichen Termin vereinbaren. Gerne beraten wir dich bezüglich deiner Franchise und ob sich eine Anpassung, etwa durch Lebensumstände oder deine Gesundheit, lohnt.
Eine Änderung der Franchise ist bei uns denkbar unkompliziert. Wir übernehmen für dich den gesamten Ablauf, sodass du keinerlei Aufwand hast.

Was passiert mit der Franchise, wenn ich die Krankenkasse wechsle?
Wenn du die Krankenkasse wechselst, bleibt deine gewählte Franchise für das laufende Kalenderjahr bestehen und wird auch bei der neuen Krankenkasse angerechnet. Allerdings kannst du deine Franchise auch bei deiner neuen Versicherung ändern, da der Wechsel typischerweise zum 1. Januar erfolgt und du dich somit auch in Hinblick auf die Franchise in der Krankenkasse anders entscheiden kannst.
Vergiss nicht: Eine Erhöhung der Franchise ist unkompliziert und kann jährlich erfolgen, während eine Senkung strenger fristgerecht gemeldet werden muss. Offene Rechnungen oder ausstehende Franchise-Beträge aus dem laufenden Jahr musst du vor dem Wechsel begleichen, da diese nicht automatisch auf die neue Kasse übertragen werden. Empfehlenswert ist es daher immer, vor einem Wechsel die Bedingungen der neuen Kasse zu prüfen, da nicht alle Franchise bei jeder Krankenkasse verfügbar sind.
Lässt sich die Franchise unter dem Jahr wechseln?
Die Anpassung der Franchise bei deiner Krankenkasse ist normalerweise auf das Jahresende beschränkt. Das bedeutet, dass die Höhe deiner Franchise im Allgemeinen nicht unterjährig veränderbar ist.
Da du nicht jederzeit wechseln kannst, ist es besonders wichtig, dass du die Wahl deiner Franchise gründlich überdenkst.
Falls du jedoch im Laufe des Jahres feststellst, dass du deine Franchise anpassen möchtest, ist es ratsam, dass du dich direkt mit deiner Krankenkasse in Verbindung setzt oder dass du den Krankenkassenvergleich machst.
Der Kontakt mit den Experten hilft dir, dich über alternative Möglichkeiten oder spezielle Bedingungen zu informieren, die vielleicht in besonderen Fällen gelten.
Aktualisiert am 26.08.2025